Kampferbaum und sein Kampfer

Kampfer bei Erkältungen und Muskelbeschwerden

Kampferbaum
Kampferbaum
Der mächtige, immergrüne Kampferbaum kommt ursprünglich aus China. Dessen Kampferöl wurde bereits im 3. Jahrhundert n. Chr. als Heilmittel erwähnt.
Bei Erkältungen und Muskelbeschwerden erlangte die Anwendung des Kampfers auch bei uns große Beliebtheit.

Inhaltsübersicht
  1. Kurzportrait
  2. Kampferbaum und sein Kampfer
  3. Inhaltsstoffe
  4. Die Heil- und Arzneipflanze
  5. Wirkung
  6. Anwendung
  7. Verwendung als Räucherwerk
  8. Mythen und Legenden
  9. Kosmetische Verwendung
  10. In der Küche
  11. Namen und Bedeutung
  12. Fazit

Kurzportrait Kampferbaum

Botanischer Name: Cinnamomum camphora
Pflanzenfamilie: Lorbeergewächse - Lauraceae
Blütezeit: April - Mai
Sammelzeit: Das ganze Jahr über
Standorte: Heimat ist der Süden Chinas, Japans und Vietnam.
Gemischte Lehm- und Sandböden
Verwendete Pflanzenteile: Holz des Kampferbaumes
Wichtige Inhaltsstoffe: Das durch Wasserdampfdestillation aus dem Holz des Kampferbaumes gewonnene ätherische Öl (natürlicher Kampfer)
Wirkungen: äußerlich
bronchosekretolytisch, (schleimverflüssigend), hyperämisierend
Innerlich:
kreislauftonisierend, atemanaleptisch, bronchospasmolytisch
Hilfreich bei: Äußerlich angewendet bei Muskelrheumatismus, Erkältungskrankheiten und Herzbeschwerden
Innerlich bei niedrigem Blutdruck und Erkältung
In Form von: Salbe, Kampferspiritus, ätherisches Öl, Fertigarzneimittel
Wissenswert: Nicht anwenden bei:
Äußerlich bei geschädigte Haut
Kampferhaltige Zubereitungen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich des Gesichts auftragen, Gefahr der Erstickung

Kampferbaum und sein Kampfer


Der mächtige, immergrüne Kampferbaum wird bis 40 m hoch und erreicht einen Stammumfang von bis zu 5 m. Es handelt sich um ein Lorbeergewächs und er ist mit den Arten der Bäume aus denen Zimt gewonnen wird verwandt.
Alle Pflanzenteile enthalten und riechen nach Kampfer (Campher). Sein Geruch ist aromatisch-holzig und erinnert dabei auch an Eukalyptus.
Aus dem Holz (Stamm und Wurzel) von 50 bis 60 Jahren alten Bäumen wird das natürliche Kampferöl gewonnen. Dies geschieht mittels Wasserdampfdestillation. Dabei scheidet sich Kampfer ab. Es ist ein farbloses bis weißes, krümeliges Pulver.
Für die Industrie wird der Kampfer heute synthetisch hergestellt.
Der natürliche Kampfer ist Bestandteil des im Kampferbaum enthaltenen ätherischen Öls.
Wenn umgangssprachlich von Kampfer gesprochen wird, werden oft verschiedene Dinge gemeint. Es kann sein, dass der Kampferbaum, das ätherische Öl des Kampferbaumes oder das reine natürliche oder synthetische Kampfer angesprochen wird. Es ist daher wichtig darauf zu achten was genau gemeint ist.

Inhaltsstoffe


D(+)- Campher, wenig Borneol, Terpineol, 1,8-Cineol, Pinen, Phellandren, Eugenol und Safrol

Die Heil- und Arzneipflanze

In China wurde schon vor ungefähr 2000 Jahren aus dem Holz des Kampferbaumes natürlicher Kampfer gewonnen. Laut eines Berichtes von Marco Polo aus dem 13. Jahrhundert war das Kampferöl bei den Chinesen als Medikament, Duft und zum Einbalsamieren sehr beliebt.

Über arabische Händler fand es im 11. Jahrhundert den Weg zu uns. Auch Hildegard von Bingen und Paracelsus war der Kapfer bekannt.

Beschreibung der Drogen:

Kampferbaumöl (Cinnamomi camphorae aetheroleum).
Das Ätherisches Öl das aus dem Holz des Kampferbaumes gewonnen wird.

Dies enthält:
Cineol, Borneol, Carvacrol, Eugenol, Limonen, Phellandren, alpha-Pinen und Safrol.

Dieses Öl wird sowohl in der Kosmetik als auch bei der Herstellung von Aromen verwendet (siehe unten).

Bei der Produktion des Kampferbaumöls kann auch der enthaltene Kampfer gewonnen werden.

Camphora, Campher
Für den Kampfer liegt eine positive Monographie der Kommission E vor.
Diese bezieht sich auf den gereinigten D (+) Campher oder den synthetischen Campher.

Wirkung


Laut Monographie Kommission E
Äußerlich: Bronchosekretolytisch, hyperämisierend.
Innerlich: Kreislauftonisierend, atemanaleptisch, bronchospasmolytisch.

Anwendung

Anerkannte Anwendungen durch die Kommission E sind

äußerlich bei
Muskelrheumatismus, katarrhalische Erkrankungen der Luftwege, Herzbeschwerden.

innerlich bei
Hypotone Kreislaufregulationsstörungen, katarrhalische Erkrankungen der Luftwege

Die Volksheilkunde kennt ihn zur Einreibung bei stumpfen Verletzungen, sowie zur Anregung von Herz und Kreislauf.
Bei Muskelschmerzen, Weichteilrheumatismus und Arthritiden wirkt er durch Einreiben durchblutungsfördernd.

In welcher Form wird es angewendet?
Kampferspiritus*, Salbe zum einreiben

Der Kampfer ist auch ein Bestandteil der Schwedenkräuter, wie sie in den Rezepten von Maria Treben vorkommen.
Er ist ebenfalls in Tiger Balm®, einem natürlicher Balsam bei Erkältungsbeschwerden und zur Förderung der Hautdurchblutung, enthalten.



Natürlicher Kampfer


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Verwendung als Räucherwerk


Sein Duft ist erfrischend, reinigend. Er regt den Geist an und hilft zu einem wachen Geist.
Er wird bei Gebet und Meditation geräuchert.
Bei der hinduistischen Lichtzeremonie Arati wird Kampfer als Räuchermittel verbrannt. Ein Ritual im Yoga. Der Kampfer soll von allem Negativem reinigen. Es soll ebenso vollkommen verschwinden wie auch der Kampfer restlos verbrennt.

Mythen und Legenden


Im Orient war natürlicher Kampfer ein so kostbares Gut, dass er mit Gold aufgewogen wurde.
In der zweiten Reise Sindbads in dem Märchen aus tausend und einer Nacht wird über diesen großen Baum erzählt: „Unter vielen Inseln, die wir durchwanderten, war auch eine, auf welcher der Kampferbaum wächst, der so dick und laubig ist, dass hundert Menschen in seinem Schatten Platz haben.“

Kosmetische Verwendung


Das ätherische Öl wird für Parfum, Deo und Seifen verwendet. Auch Aromen werden mit ihm hergestellt.
Das Campheröl enthält Safrol und wird daher von der „Gesundheitliche Bewertung von Duftölen, die Safrol, Methyleugenol oder Estragol enthalten“ (1) erfasst.
Safrol ist auch in der Kosmetik-Verordnung aufgeführt und darf beim Herstellen und Behandeln kosmetischer Mittel nicht verwendet werden mit Ausnahme normaler Gehalte in natürlichen Ölen und unter der Voraussetzung, dass die Konzentration bestimmte Werte nicht überschreitet.
Auch bei Lebensmitteln muss auf das Safrol geachtet werden. Safrol darf als “solches bei der Herstellung von Aromen und anderen Lebensmitteln gewerbsmäßig nicht verwendet werden.“ (1) Bei den Ausnahmen müssen Höchstgrenzen eingehalten werden.

Verwendung in der in der Küche


Die getrockneten Blätter dienen auch als Gewürz.

Namen und Bedeutung

Der wissenschaftliche Name lautet:
Cinnamomum camphora

Cinnamomum geht vermutlich auf Griechisch „kinein“ (auf Deutsch: zusammenrollen) und „momos“ (auf Deutsch Tadel) zurück. Es ist ein tadelloses Gewürz, das wie auch der Zimt zur gleichen Gattung gehört: Cinnamomum

Der lateinische Name camphora hat wohl seinen Ursprung in dem altindischen Wort „karpurah“ was „weiß“ bedeutet. Arabisch „kafur“.

Weitere Namen
Kampferbaum, Campherbaum, Kampfer, Kampferlorbeer

Englisch: camphor tree, camphor laurel, camphorwood
Französisch: Camphrier, Arbre à camphre, Bois de Shiu, Laurier de Chine, Ravintsara

Fazit


Der Kampferbaum hat eine uralte Geschichte und eine lange Reise von China zu uns hinter sich. Sein ätherisches Öl und natürlicher Kampfer wurden für ihre besonderen Eigenschaften immer geschätzt.
Auch heute ist der Kampfer bei Erkältung und Muskelbeschwerden ein probates Mittel.

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Der Kampferbaum und sein natürlicher Kampfer

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Quellen:
(1) https://www.bfr.bund.de/cm/343/duftoele.pdf

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