Petersilie Gewürz- oder Giftpflanze?

Giftpflanze 2023, die Petersilie

Giftpflanze 2023 Petersilie
Giftpflanze 2023 Petersilie
Fast jeder kennt die Petersilie als Gewürzpflanze. Sie würzt und dekoriert unzählige Gerichte. 2023 wurde sie jedoch zur Giftpflanze des Jahres gekürt.
Was bedeutet das? Kann ich die Petersilie noch essen? Was ändert sich?
Hier die Antwort auf die Fragen.

Inhaltsübersicht
  1. Giftpflanze 2023 wie kommt das?
  2. Warum Giftpflanze 2023?
  3. Was bedeutet das jetzt?
  4. Fazit

Giftpflanze 2023, wie kommt das?


Wie wurde die Petersilie Giftpflanze des Jahres 2023? Jedes Jahr gibt der Botanische Sondergarten Wandsbek eine Giftpflanze des Jahres bekannt. Die erste gewählte Giftpflanze war 2005 der Eisenhut. In 2023 fiel die Wahl auf die Petersilie (Botanisch: Petroselinum crispum). Da sie eine Nahrungspflanze ist, mag dies sehr erstaunen. Was sind die Gründe?

Warum wurde Sie Giftpflanze 2023?


Was sind die Gründe für die Wahl? Die Petersilie ist eine zweijährige Pflanze. Im zweiten Jahr fängt sie ab Juni an zu blühen. Kleine, gelbgrüne Blüten zieren ihre Dolden. Aus diesen Blüten entwickeln sich die Samen. In diesen befindet reichlich ätherisches Öl, welches das giftige Apiol enthält. Das ist der Grund warum diese nicht genießbar sind.
Apiol wird auch Apiolum oder Petersilienkampfer genannt. In großen Mengen kann es zu Leber- und Nierenschäden führen.
Es wirkt spasmolytisch (krampflösend, den Spannungszustand der glatten Muskulatur senkend) und in höherer Dosis abortiv (eine Fehlgeburt herbeiführend).

Früher wurden daher die Samen der Petersilie für mögliche Schwangerschaftsabbrüche genutzt. Die Straßen in denen Prostituierte ihre Dienste anboten wurden „Petersiliengassen“ oder „Peterlesgässchen“ genannt, da die Frauen die abortive Wirkung nutzten.
Dies war für diese mit erheblichem Risiko verbunden, wie dieser Spruch deutlich macht: „Petersilie bringt den Mann aufs Pferd und die Frau unter die Erd“.
Der Reim zeigt nicht nur die Gefahr für die Frauen auf, sondern spielt gleichzeitig auf die aphrodisierende Wirkung der Petersilie auf den Mann an.

Einen Hinweis auf die Wirkungen gibt auch folgender Kinderreim:

Petersil und Suppenkraut
Wächst in unserm Garten.
Jungfer Ännchen (oder auch „Unser Liesel“) ist die Braut,
Soll nicht länger warten.
Roter Wein, Weißer Wein,
Morgen soll die Hochzeit sein.

Petersilie, Rosmarin, Thymian sowie Suppenkraut galten als Mittel zur Verhütung. Roter Wein weist auf die Menstruation und weißer Wein auf Ausfluß hin. Und das Ännchen oder die Liesel kann nicht mehr warten und sie verhütet daher mit den dafür bekannten Kräutern.

Auf die Eigenschaft der Giftpflanze zurückkommend erkennt man, es handelt sich nicht um die ganze Pflanze. Es betrifft nur Teile der Pflanze, wie hier der Samen, die zu einer bestimmten Zeit im Leben der Pflanze vorkommen.
Die Konzentration von Apiol innerhalb der Pflanze ist von einigen Bedingungen abhängig wie beispielsweise Pflanzenteil, Wachstumsphase, Sorte und Bodenbedingungen.

Was bedeutet das jetzt?


Durch die Wahl zur Giftpflanze des Jahres erkennt man, es gibt viele Gesichtspunkte unter denen eine Pflanze betrachtet werden kann. Für die Betrachtung einer Heilpflanze ist dies ein bedeutender Punkt.
Aus der Sicht eines Küchenkrautes ändert sich für die Petersilie eigentlich nichts. Petersilie wird einjährig geerntet und so treten keine Konzentrationen an Apiol auf, die eine Giftpflanze aus ihr machen könnten. Dies gilt selbstverständlich auch für die Jungpflanzen in den Lebensmittelläden.
Somit verfeinert sie weiterhin unsere Speisen und liefert uns u.a. reichlich Vitamin C.

Fazit


Die Wahl zur Giftpflanze verdeutlicht, wie vielseitig Pflanzen sein können. Für den täglichen Gebrauch unseres Küchenkrautes „Petersilie“ ergeben sich daraus keinerlei Veränderungen.
Sie verfeinert unsere Speisen und versorgt uns mit ihren Nährstoffen.
Die Petersilie aus unseren Lebensmittelgeschäften wird weiterhin zu unserem Wohle Speisen würzen und dekorieren.

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Petersilie – Giftpflanze des Jahres 2023

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