Fast jeder kennt den Begriff Heublumen und hat vielleicht schon ein Heublumenbad genommen oder von einem Heublumenkissen gehört. Aber was sind Heublumen genau? Woher kommen diese eigentlich und wie wirken diese?

Was sind Heublumen?

Heublumen sind keine bestimmte Blumenart oder Pflanze. Unter Heublumen versteht man ein Gemisch von unterschiedlichen Pflanzenteilen, wie Blättern, Blüten, Stängeln und Samen. Diese verschiedenen Teile wiederum stammen auch nicht von einer bestimmten Pflanze sondern von den vielfältigen Pflanzenarten, die auf einer Wiese wachsen. Mehr als 50 verschiedene Arten können auf manchen Wiesen gedeihen.
Die Heublumen auch Grasblüten genannt heißen auf lateinisch Flores Graminis und man stellt sich vielleicht die Frage:

Woher kommen die Heublumen bzw. wie gewinnt man diese?

Sie entstehen zwar mit dem Mähen der Wiesen, aber gewonnen werden sie eigentlich erst später. Auf dem Heuboden trocknet das Heu und die genannten Pflanzenteile, welche nicht von der Heugabel erfasst werden, bleiben zurück. Durch sieben trennt man diese von Erde und fremden Teilen und gewinnt so das Gemisch an Pflanzenteilen, welches man unter Heublumen versteht.
Wer einen Landwirt kennt, bekommt vielleicht dort Heublumen. Alle anderen können beruhigt sein, heutzutage ist Heublumen kaufen ganz leicht möglich.
Diese Heublumen sind begehrt und finden auch in der Volksheilkunde Anwendung.

Wirkung der Heublumen

Wie wirken die Heublumen? Wann werden diese volkstümlich angewendet?
Sebastian Kneipp wusste um die Kräfte der Heublumen und nutzte diese im Rahmen seiner Therapien. Die Heublumen erlangten dadurch eine große Popularität.
In der Volksheilkunde werden sie aufgrund folgender Wirkungen geschätzt:
  • Fördert die Durchblutung
  • Gewebestoffwechsel erhöhend
  • Muskel entspannend
  • Schmerzlindernd
  • Ausgleichend bei Stress
  • bei Müdigkeit helfen
  • Wechseljahresbeschwerden lindernd

Naturheilkundige und Anhänger dieser Wiesenpflanzen empfehlen deren Anwendung bei
  • Rheumatischen Beschwerden
  • Arthrose
  • Hexenschuss, Ischias
  • Erkältung, stärken der Abwehrkräfte
  • Schmerzenden Gelenken oder Muskeln
  • Leber-, Galle- und Nierenproblemen
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Nervosität oder innere Unruhe
  • Ziel der Durchblutungssteigerung
  • Stressbelastung
  • Müdigkeit oder Erschöpfung
  • Prellungen oder Quetschungen
  • Verspannungen

Hebammen empfehlen Heublumenbäder zur Geburtsvorbereitung ab der 38. Schwangerschaftswoche.

Die Kommission E (BGA/BfArM) beschreibt als Anwendungsgebiet1):
„Zur lokalen Wärmetherapie bei degenerativen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises“
Auf allergische Hautreaktionen als mögliche Nebenwirkung in seltenen Fällen wird hingewiesen. Bei akuten rheumatischen Schüben, offenen Wunden, akuten Entzündungen und offenen Wunden soll die Anwendung unterbleiben.

Wie wendet man Heublumen an?

Sie finden Anwendung in Form von

Kräuterkissen
Siehe Infoseite Heublumenkissen

Kräuterbad
Siehe Kräuterbad Heublumen

Fußbad
Gut bei Gelenkschmerzen, gegen Fußgeruch und Schweißfüße.
Siehe Heublumenbad

Heublumenwickel / Heublumenauflage
Für diese lokale Wärmetherapie mit einer Heublumenpackung wird beispielsweise die Anwendung bei Arthrose, Bronchitis, Koliken, schmerzhafter Menstruation und Verspannungen beschrieben. Diese soll aber nicht auf offenen Wunden oder akuten Entzündungen angewendet werden.

Für den Heublumenwickel gibt man die Heublumen in ein Leinentuch und verschließt dieses gewissenhaft. Ideal ist ein Leinenbezug in passender Größe, der zugenäht wird. Alternativ und einfacher nimmt ein Fertigpräparat als Heublumenkompresse* (Anleitung auf der Packung beachten).
Die Packung wird dann im Wasserdampf erhitzt (ca. 10 bis 15 Minuten oder im Dampfkochtopf 1 bis 2 Minuten). Anschließend ausdrücken, aber vorsichtig sie ist sehr heiß. Am besten nimmt man dazu zwei Brettchen aus Holz.
Dann so heiß wie es verträglich ist (ca. 42° C) auf die betreffende Stelle legen. Dort die Packung/Wickel mit einem Wolltuch stramm befestigen. Solange es angenehm ist, verbleibt alles in dieser Position (ca. 40 bis 50 Minuten).

Heublumen Pflanzen

Heublumen-Pflanzen

Welche Pflanzen sind in den Heublumen enthalten?
Es handelt sich hauptsächlich um die Gruppe der Süßgräser (lat. Poaceae entspricht Gramineae) und Kleearten (Trifolium), wie z.B. der Rotklee.
Beispiele für Gräser sind
  • Fuchsschwanzgras (Alopecurus),
  • Gewöhnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum),
  • Gemeine Quecke (Elymus repens),
  • Knäuelgras (Dactylis glomerata),
  • Lieschgras (Phleum pratense),
  • Trespen (Bromus),
  • Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis)

Inhaltsstoffe der Heublumen

Heublumen enthalten jede Menge natürlicher Stoffe und die Zusammensetzung ist je nach der Wiese auf der es geerntet wurde unterschiedlich.
Von großer Bedeutung sind

Flavonoide
ätherische Öle
Gerbstoffe
Cumarin

Das Cumarin (auch Kumarin geschrieben) ist bekannt für seine entzündungshemmenden, krampflösenden und beruhigenden Wirkungen. Auch für den typischen Duft des Heus ist mitverantwortlich.

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Namen und Bezeichnungen

Heublumen, Grasblüten, Grasblumen, „Morphium der Naturheilkunde“

Lateinisch: Graminis Flos, Flores Graminis
Englisch: hay flower

Fazit

Heublumen sind ein äußerst interessantes Gemisch an Pflanzenteilen, das von den gemähten Wiesen stammt.
Es gibt viele volkstümliche Anwendungen und Sebastian Kneipp setzte sie in seinen Therapien ein. Als ausgezeichneter Wärmeträger sind sie sehr gut für eine örtliche Wärmebehandlung einsetzbar.
In welchen Fällen sie empfohlen werden und wie sie angewendet werden können ist oben geschildert.
Vielleicht sind die natürlichen Kräfte der Heublumen genau das Richtige für das eigene Wohlbefinden.

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Quellen:
1) Graminis flos (Heublumen) Monographie der E-Kommission: BAnz Nr. 85, 5.5.1988

Heublumen vielseitig anwendbar und wie wirkungsvoll?

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