Naturschutzgebiet Südspitze Gnitz
Naturschutzgebiet Südspitze Gnitz

Reizvolle Landschaften auf dem Gnitz

Der Gnitz ist eine naturnahe Halbinsel südlich von Zinnowitz und Trassenheide. Auf der Ostseite hat die Halbinsel das Achterwasser. Auf der anderen Seite umgeben ihn die Krumminer Wiek und der Peenestrom. Er offenbart eine wunderschöne Küstenlandschaft, die an der Westseite durch die Steilküste und Wälder geprägt ist. Auf der Seite des Achterwassers finden sich schilfgesäumte Ufer und Wiesen. Die Südspitze mit dem Möwenort steht unter Naturschutz.
Aufgrund dieser landschaftlichen Vielfalt sollten sich sowohl Wanderfreunde als auch Naturliebhaber eine Wanderung auf der Halbinsel nicht entgehen lassen.

Schilfstrand der Südspitze des Gnitz am Achterwasser
Schilfstrand der Südspitze des Gnitz am Achterwasser

Feuchtbiotop am Rintnitz
Feuchtbiotop am Rintnitz

Wandern zum Möwenort und dem Weißen Berg

Ein guter Ausgangspunkt ist Lütow. Ein Wanderweg beginnt dort am Ende der Straße “Zum Möwenort”. Auf dem Weg zur Südspitze entlang dem Ufer zeigt sich hinter Gebüsch und Schilf das Achterwasser. Seit dem 01.07.1991 steht die Südspitze unter Naturschutz. Das geschützte Gebiet umfasst eine Fläche von 61,3 ha. In Blickrichtung Landseite des Wanderpfades entdeckt man Wiesen, Sträucher, Bäume und verlandete Seen und gelangt an den Möwenort mit der dortigen Salzwiese. Eine reizvolle Landschaft mit einem herrlichen Blick auf das Wasser begleitet den Weg. Schon bald trifft man auf die Feuchtbiotope am Rintnitz, vielleicht eine Gelegenheit für eine kleine Pause.

Kleine Pause am Rintnitz
Kleine Pause am Rintnitz

Weißer Berg Ausblick
Weißer Berg Ausblick
Kurz darauf geht es der Steilküste entlang hinauf zum Weißen Berg. Hier auf 32 m Höhe angelangt wird man mit einer malerischen Aussicht auf die Krumminer Wiek und die Küste bei Lassan belohnt. Eine Gelegenheit um innezuhalten und in dem vom Wacholder-Kiefernwald geprägten Teil des Gnitz den Anblick zu genießen. Der Weg führt dann weiter zum Natur-Camping Usedom. Von hier aus kann man wieder hinunter zum Startweg entlang des Achterwassers und zurück zur Straße “Zum Möwenort”.

Hünengrab oder Großsteingrab bei Lütow
Hünengrab oder Großsteingrab bei Lütow

Großsteingrab oder Hünengrab in Lütow

Bei dem südlichsten Dorf auf dem Gnitz zieht ein mystischer Ort die Aufmerksamkeit des Besuchers in seinen Bann. Es ist ein jungsteinzeitliches megalithisches Ganggrab, das Großsteingrab oder auch Hünengrab genannt wird (um 3000 vor Christus). Das aus großen Steinen erbaute Hügelgrab befindet sich unter einer eindrucksvollen, knorrigen Eiche. Es stellt sich die Frage, wie wurden die riesigen Steine dorthin geschafft? Früher wurde die Frage eindeutig mit “das müssen Hünen gewesen sein, die solche Kraft besessen haben” beantwortet und so kam der geheimnisvolle Ort zu seinem Namen. Vermutlich waren aber die Menschen der Trichterbecherkultur, welche das Grab errichteten, keine Hünen. Aber wie sie das geschafft haben, ist doch schleierhaft.
Die mächtigen Deckenplatten des Grabes erhielten Anfang des 20. Jahrhunderts einem anderen Verwendungszweck. Sie wurden gesprengt und für das Fundament des Pfarrhauses in Netzelkow genutzt. 1936 wurde das Grab untersucht und man fand dort Werkzeuge, Keramikgefäße und Schmuck aus Bernstein. Die Fundstücke wurden danach im Stettiner Museum für Stadtgeschichte aufbewahrt.
Doch das rekonstruierte Grab und seine Vergangenheit strahlen unter den alten Ästen der Eiche immer noch eine magische Kraft aus und der feinfühlige Betrachter wird diese empfinden.

Pferdekopf oder Wackelmann zur Ölförderung
Pferdekopf oder Wackelmann zur Ölförderung

Erdöllagerstätte Lütow und Neuendorf

Ob es nun in Lütow Hünen gab, sei dahingestellt. Wie sieht es aber mit Wackelmännern oder Pferdeköpfen aus? Diese gab und gibt es noch in der Gegend von Lütow und Neuendorf. So werden nämlich gerne Erdölpumpen genannt und diese pumpen heute noch dort das schwarze Gold. Am 15.11.1965 wurde in der Umgebung die Bohrung “Görmitz 1” fündig und seit dieser Zeit wird dort Erdöl gewonnen. Allerdings ist dies heute aus wirtschaftlichen Gründen wesentlich weniger als es die höchste Fördermenge von 220000 t im Jahr dort war und auch die Anzahl der nickenden Pferdeköpfe ist stark geschrumpft. Der ungewohnte Anblick der Förderanlagen inmitten dieser natürlichen Umgebung überrascht aber immer noch.
Ebenso wie die Bohrung “Görmitz 1” und andere schon geschlossen sind, so ist auch hier anderes im Wandel.

Blick auf Görmitz an der Stelle des ehemaligen Dammes
Blick auf Görmitz an der Stelle des ehemaligen Dammes

Vogelschutzgebiet Insel Görmitz

Dies trifft auch auf die Insel Görmitz im Achterwasser zu. Das 100 ha große Eiland wurde in den 1960er Jahren im Zusammenhang mit den oben erwähnten Ölbohrungen und -explorationen durch einen ungefähr 600 m langen Damm mit Usedom verbunden. Nun ist es seit Dezember 2016 wieder eine eindeutige Insel. Der Damm konnte im Rahmen eines Kompensationsprojektes für den Bau der Stromtrasse “Ostwind 1” zurückgebaut werden. Somit ist es heute nur noch auf dem Wasserweg möglich dorthin zu gelangen. Nach einer sehr wechselhaften Vergangenheit entsteht dort ein Vogelschutzgebiet. Eine Oase der Ruhe für bedrohte Arten und für die Allgemeinheit nicht mehr zugänglich.

Kirche in Netzelkow
Kirche in Netzelkow

Kirche in Netzelkow

Ganz in der Nähe liegt Netzelkow mit der evangelischen St. Marien-Kirche. Die Kirche gibt einen schönen Anblick inmitten der alten Eichen und des mit einer Feldsteinmauer eingefriedeten Kirchhofes. Auffallend sind der turmlose Bau und der freistehenden Glockenstuhl mit zwei Glocken aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Ursprünglich soll es jedoch einen Glockenturm gegeben haben.
Sie ist die einzige Kirche auf dem Gnitz und wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Bereits im 13. Jahrhundert existierte laut Berichten ein Vorgängerbau.
Der Ort ist nicht nur für den schönen Kirchenbau bekannt, sondern hier wurde auch der Pfarrer Wilhelm Meinhold geboren. Er schrieb den Roman “Maria Schweidler, die Bernsteinhexe”, welcher von einem Hexenprozess auf Usedom handelt.

Halbinsel Gnitz - Landschaft für Naturliebhaber

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