Schwedenbitter mit Kandis(zucker)

Die Schwedenkräuter Ansatzmischung mit Kandis süßen, eine gute Idee?

Manchmal wird vorgeschlagen den Schwedenbitter mit Kandis(zucker) anzusetzen und es gibt sogar Ansatzmischungen die Kandis bereits enthalten.
Ist das nun eine gute Idee?

Inhaltsübersicht
  1. Warum Kandis(zucker) in den Schwedenbitter?
  2. Was ist Kandis?
  3. Was macht der Zucker mit dem Schwedenbitter?
  4. Zucker in der Ansatzmischung oder dem Bitter sinnvoll?
  5. Zusammenfassung

Warum Kandis(zucker) in den Schwedenbitter?

Die Idee dahinter ist wohl den Kräuterbitter zu süßen und den Geschmack zu verbessern. Das klingt gut.
Der Volksmund spricht wohlwissend „Was bitter dem Mund, ist dem Magen gesund“. Aber warum soll man sich so fühlen wie der Mann auf dem Bild „Der bittere Trank“?

Ob es sich bei dem Trank nun um Schwedenbitter oder eine bittere Medizin gehandelt hat, ist wahrscheinlich nicht mehr zu ermitteln. Den Maler Adriaen Brouwer († 1638) kann man nicht mehr fragen.
Aber einfach etwas Zucker hinein und das Problem ist vom Tisch.
Eine gute Lösung, oder etwa nicht?

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Was ist Kandis?

Kandis ist ein raffinierter Zucker. Die Besonderheit des Kandis ist seine überraschende Form gegenüber den anderen Arten von Zucker.
Der Name entstammt dem arabischen „quand“, was Rohrzucker bedeutet.
Der Kandiszucker wird aus einer hochkonzentrierten Zuckerlösung gewonnen. Diese fließt um die Zuckerkristalle herum, welche dadurch anwachsen. Sobald die gewünschte Größe erreicht ist, ist der Kandis fertig.

Trotz des schönen Aussehens handelt es sich schlichtweg um einen industriell gefertigten Zucker.

Was macht der Zucker mit dem Schwedenbitter?

Der Kandiszucker süßt natürlich und vermindert den bitteren Geschmack. Es ist jedoch so, dass Bitterstoffe bereits im Mund ihre Wirkmechanismen in Gang setzen. Diese sind sehr wertvoll für uns, wie der Artikel „Bitterstoffe als Lebenselixier“ beschreibt, und sie sind auch für die Wirkungen des Schwedenbitter von Bedeutung. Daher ist es wichtig, dass ein Bitter auch bitter schmeckt. Sobald im Mund der bittere Geschmack durch Sensoren erkannt wird, wird die Produktion der Verdauungssäfte angeregt. Nützliche Prozesse kommen in Gang und der schwedische Bitter kann so u.a. auch abnehmen unterstützen. Diesen wünschenswerten Vorgängen steht der Zucker entgegen.
Wenn man also die Eigenschaften der Bitterstoffe nutzen möchte, scheinen Kandis, Zucker oder andere Süßungsmethoden nicht das Richtige zu sein.

Zucker in der Ansatzmischung oder dem Bitter sinnvoll?

Betrachten wir zunächst die innerliche Anwendung.

Wem der Schwedenbitter nun zu bitter ist, für den ist der Kandis zumindest aus geschmacklicher Sicht dienlich. Der Schwedentropfen entspricht dann wohl eher dem persönlichen Geschmack. Das geht allerdings auf Kosten der positiven Wirkung des Bitteren, wie es oben beschrieben wurde.
Meines Erachtens bewegt sich damit der Schwedentrunk dann in Richtung heutiger industrieller Ernährung, also mit Süßem den Geschmack zu „verfeinern“. Die Folgen dürften bekannt sein, insbesondere wenn man die Anzahl der Übergewichtigen betrachtet. Es taucht immer öfter die Frage auf „Wie gefährlich ist Zucker wirklich?“.
Letztendlich muss jeder für sich selbst abwägen, ob eine Mischung mit Kandis oder ein traditioneller Ansatz ohne Zucker die persönlich richtige Wahl ist.
Die Ansatzmischungen ohne Kandis bzw. Zucker, wie der kleine oder große Schwedenbitter, ermöglichen den Bitterstoffen jedenfalls ihre Wirkung voll zu entfalten. Das gleiche gilt für den fertigen originalen Schwedenbitter, der keinen Zuckerzusatz enthält.
Zum Schluss der Überlegungen bezüglich der innerlichen Anwendung noch der Hinweis für Diabetiker, dass der Zuckergehalt zu beachten ist und ein Ansatz mit Zucker in ihrem Fall keine gute Wahl ist.

Wie sieht es bei der äußerlichen Anwendung der Schwedenkräuter aus?

Es ist zu bedenken, dass Zucker kleben kann und es sogar Zuckerkleber gibt. D.h. bei äußerlicher Anwendung, wie Einreiben, kann das Ganze dann zu einer pappigen und zähen Angelegenheit werden.
Hier ist es also empfehlenswert zuckerfreie Varianten zu verwenden.

Zusammenfassung

Zur schnellen Übersicht sind die Vor- und Nachteile von Kandis oder anderem Zucker im Schwedenbitter in einer Tabelle dargestellt.

Vorteil
+ Geschmacklich besser für diejenigen denen der herkömmliche Ansatz zu bitter ist

Nachteil
- Bitterer Geschmack und dessen wertvollen Wirkungen werden vermindert
- Zusätzlicher Konsum von industriellem Zucker
- Nachteilig für Diabetiker
- Zucker ist klebrig (äußere Anwendung)

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Schwedenbitter mit Kandis o.ä. süßen sinnvoll?

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