Aronstab - Arum maculatum

Der Aronstab eine Giftpflanze voller Zauber

Arum maculatum agg.
Familie: Araceae – Aronstabgewächse

Der Aronstab ist eine Giftpflanze mit einem dekorativen Aussehen, deren mythische Verwendung einen besonderen Zauber versprüht.

Inhaltsübersicht zum Aronstab

Zwei Blätter des Aronstabes umgeben von Bärlauch
Zwei Blätter des Aronstabes umgeben von Bärlauch

Beschreibung Aronstab

Der Aronstab ist eine giftige Pflanze. Alle Teile sind giftig, was auch für die roten Beeren gilt. Die Beerentraube und die Blüte verleihen ihm ein besonderes Aussehen und machen es leicht ihn zu erkennen. Aber im Frühjahr, wenn nur die Blätter zu sehen sind, sieht er eher unscheinbar aus. Eine Verwechslung mit dem gerne in der Küche genutzten Bärlauch ist dann durchaus möglich.
Er wächst bis zu 40 cm hoch und seine dunkelgrünen, manchmal gefleckten Blätter sind bis zu 20 cm lang. Ihre Form ist breit pfeilförmig.
Er kommt in feuchten Laubwäldern und Auenwäldern vor und mag nährstoffreiche Böden.
Es handelt sich um eine geschützte Pflanze und er darf nicht gesammelt werden.

Blütezeit und Fruchtreife

Blüht von April bis Juni
Früchte: Juni -Juli

Verwechslungsgefahr

besteht mit dem Bärlauch.

Liebeszauber und mythische Verwendung

Seine Vergangenheit als Liebeszauber mag überraschen. Aber tatsächlich hatte die erfahrene Hexe einen magischen Zauber für Mädchen, die zum Tanz gingen. Dieser besagte den Aronstab in die Schuhe zu legen und die geheimen Zauberworte zu sprechen:
„Zehrwurzelkraut, ich zieh' dich in meine Schuh',
Ihr Junggesellen lauft alle zu".
(Anmerkung: Zehrwurzelkraut ist nur ein anderer Name für die Pflanze. Siehe unten bei Ursprung des Namens und weitere Namen.)
Mit Hilfe des Zauberkrautes und dieser magischen Worte galt es als gewiss, dass ein vorhandener Liebeswunsch erfüllt wird.

Dioskurides, der berühmte, griechische Arzt des Altertums, erwähnt in seinem Werk De Materia Medica (deutsch Arzneimittellehre) einen „Zaubertrank“ aus dem Kraut (Arum Dracunculus). Die geröstete Wurzel der Pflanze soll mit Wein getrunken den Reiz zum Beischlaf erwecken.

Aus heutiger Sicht und dem Wissen um die Giftigkeit ist der Trank nicht anwendbar. Aber wer weiß, wie es um den Liebeszauber steht?

Verwendung als Räucherwerk

Dem mythischen Liebeszauber entsprechend eignet er sich für Liebes-Räucherungen*. Er hat eine erotische Symbolik und kann in der Liebe vermitteln.
Geräuchert wird er entweder einzeln oder als Räuchermischung.

Verwendung als Zierpflanze, Aronstab kaufen

Wenn die Giftigkeit kein Hindernis darstellt ist er eine dekorative Pflanze und man kann für den Garten den Aronstab kaufen*. Der Fruchtstand mit seinen roten Beeren, seine prächtige Blüte sowie seine langstieligen und pfeilförmige Blätter verleihen dem Garten lange Zeit einen besonderen Schmuck.
Er ist pflegeleicht und liebt einen halbschattigen Standort, wie etwa unter Laubbäumen.

Inhaltsstoffe

Aroin, Stärke, Bassorin, Lipide und Lectine.

Verwendung als Arzneipflanze

Aufgrund der Giftigkeit und des Naturschutzes findet er heutzutage in der Schulmedizin keine Anwendung. In früheren Zeiten und zwar schon vor Jahrhunderten beginnend war er als Heilpflanze bekannt.
Beschreibung der Droge:
Aronknollen (Ari maculati rhisoma)
Homöopathie: Arum maculatum HAB1, Anwendung bei Erkrankungen der Atemwege, Kehlkopfkatarrh

Ursprung des Namens und weitere Namen

Der Name könnte ägyptische Wurzeln haben und von aron herrühren. Es kann auch ein Bezug zum Alten Testament und dem Hohepriester Aron bestehen, wie sich aus der Sage ergibt:
„Als Josua und Kaleb ins gelobte Land geschickt wurden, nahmen sie Arons Stab mit und trugen an ihm die große Weintraube und die andern Früchte jenes Landes zurück. Nachdem sie diese abgeladen, steckten sie den Stab in die Erde, und wo er gesteckt hatte, wuchs nachher die Aronswurzel, an welcher bis auf den heutigen Tag ein Abbild jenes Früchtesegens zu finden ist, den Josua und Kaleb aus dem gelobten Lande brachten"

Weitere Namen
Aron, Aronsblume, Aronskelch, Aronskraut, Deutscher wilder Ingwer, Chindlichrut, Dittichrut, Entenschnabel, Ekelblume, Eselsohren, Fieberwurz, Freßwurz, Frostwurz, Gefleckter Aronstab, Johannishaupt, Kalbsfuß, Kuhwurz, Papenkind, Pfaffenblut, Pfaffenspint, Pfingstblume, Skarnitzelblume, Trommelsschlägel, Poperagrothwurz, Ronechrut, Veronikenwurz, Zahnkraut, Zahnwurz, Zehrwurz.

Englisch: Cuckoo-pint, jack in the pulpit, lords-and-ladies, snakeshead
Französisch: L’Arum tacheté, Gouet tacheté

Aronstab Zeichnung  Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé
Aronstab Zeichnung Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé

Aronstab - Arum maculatum

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